PERSONALAUSWAHL BFA

PRESSEAUSSENDUNG: PLATTFORM RECHTSBRATUNG FÜR QUALIFIZIERTE MITARBEITERINNEN IM BUNDESAMT FÜR FREMDENWESEN UND ASYL

Neben der bereits von Caritas und SPÖ vorgebrachten Kritik an der Personalauswahl des Bundesamtes für Fremdwesen und Asyl betreffend der Entscheidungskompetenz zukünftiger MitarbeiterInnen, kritisiert die Plattform Rechtsberatung die fehlende Qualifikation im Umgang mit traumatisierten Menschen.

„Flüchtlinge kommen meist hoch traumatisiert in Österreich an. Während des Verfahrens müssen
sie ihre Fluchtgeschichte in jeder Einzelheit darlegen. Der Umgang mit traumatisierten Menschen
erfordert weit mehr als eine Einführung in das Fremdenrecht“, betont Katharina LANG,
Sozialarbeiterin und Geschäftsführerin der Plattform Rechtsberatung.

Dieser Missstand ist jedoch nicht neu. Auch im Bundesasylamt (welches vor Jahreswechsel für
Einvernahmen in erster Instanz im Asylverfahren zuständig war) waren die
Ausbildungsanforderungen für Beamten und Beamtinnen gering. Ein Schulabschluss mit Matura
und eine interne Einschulung genügten, um selbständig Einvernahmen durchführen und
Entscheidungen treffen zu dürfen.
Die Plattform Rechtsberatung weist vehement darauf hin, dass weder ein Schulabschluss mit
Matura noch eine ehemalige Beschäftigung als Postbeamte/r die erforderlichen Qualifikationen
vermitteln, um Fluchtgeschichten mit traumatisierten Menschen bearbeiten zu können und in
weiterer Folge über die Gewährung von Asyl zu entscheiden. Die vorgesehenen internen
Schulungen im Fremdenrecht können diesen Mangel an Qualifikation nicht beheben. Die Plattform
Rechtsberatung fordert eine fundierte Ausbildung, um den sensiblen Umgang mit hoch
traumatisierten Menschen zu erlernen!
Weiters fordert die Plattform Rechtsberatung eine kontinuierliche Begleitung der Beamtinnen und
Beamten in Form von Supervision, wie dies in vielen anderen Arbeitsbereichen üblich ist..
„Erlebnisse von Krieg, Tod, Folter und Vergewaltigung zu hören, macht auch etwas mit einem
selbst und es ist oft nicht einfach, nach solchen Gesprächen in das Alltägliche zurück zu kehren.
So etwas arbeitet weiter in einem.“, sagt Andreas KARRER, Sozialarbeiter, ehemaliger
Asylrechtsberater und Mitarbeiter der Plattform Rechtsberatung.

Es liegt in der Verantwortung des Bundes, sowohl auf das Wohlergehen geflüchteter Menschen,
als auch auf das ihrer eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu achten!