"FLUCHT UND SUCHE NACH SCHUTZ - TIROLER PERSPEKTIVEN AUF EINE EUROPÄISCHE HERARUSFORDERUNG"

Flyer Veranstaltungsreihe Deckblatt

Geschichten über gekenterte Flüchtlingsboote im Mittelmeer sind in den letzten Jahren immer wieder in den Medien. Menschen kommen mit nussschalenähnlichen Booten nach Italien, Griechenland oder Spanien. Viele scheitern. Für jene glücklichen, die europäischen Boden erreichen, geht die Odyssee weiter. Sie versuchen in die nördlichen Länder der EU zu gelangen, da es dort eine bessere Versorgung für Flüchtlinge und AsylwerberInnen gibt. Tirol bzw. der Brenner ist ein Nadelöhr auf ihrem Weg innerhalb Europas. Sie ist für viele eine Endstation. Meist werden sie direkt nach Italien zurückgebracht, die Länder im Norden versuchen zunehmend ihre Grenzen abzuschotten. Italien kann und will sie auch nicht mehr aufnehmen. So werden Menschen zu einem Spielball der Politik – und das direkt vor unserer Haustüre. Der Schwerpunkt „Flucht und Suche nach Schutz. Tiroler Perspektiven auf eine europäische Herausforderung“ zeigt die europäischen Regelungen und ihre Auswirkungen auf Flüchtlinge. Sie macht uns als BürgerInnen der EU und Tirols deutlich, wie diese Systeme funktionieren und wie wir Flüchtlinge unterstützen können, die in unserer näheren Umgebung leben.

 

DI 28.04.2015// 19:00// ASYLWERBERINNEN IN TIROL
Lebensumstände und Unterstützungsmöglichkeiten

Derzeit (Stand Dezember 2014) befinden sich rund 2000 AsylwerberInnen in Tirol in Grundversorgung. Fast wöchentlich werden neue Asylheime eröffnet. Mit der Schaffung der „Soziale Dienste GmbH“ mit Januar 2015 sollen Zuständigkeiten geklärt und eine klare Personalstruktur eingeführt werden. Die tägliche Berichterstattung zum Thema Flucht & Asyl beschränkt sich meist auf Zahlen und Daten. Unter welchen Umständen AsylwerberInnen in Tirol leben, wie es ihnen im Asylverfahren geht, welchen Problemen sie ausgesetzt sind und welche Möglichkeiten es für ihre Unterstützung in Tirol gibt, ist jedoch den meisten in Tirol lebenden Menschen unklar. Deshalb holen wir FachexpertInnen und AsylwerberInnen als ExpertInnen ihrer Lebenswelt aufs Podium, um gemeinsam mit ihnen über die Lebensumstände, in denen sie sich befinden, und etwaige Unterstützungsmöglichkeiten diskutieren zu können.

Am Podium: Lukas Falch, Heimleiter & Flüchtlingsbetreuer, Vertretung des zivilgesellschaftlichen Vereins „Freundeskreis
Flüchtlingsheim Landhaus St. Gertraudi“, Vertretung der „Soziale Dienste GmbH“ und Flüchtlinge
Moderation: Dr. Matthias B. LAUER, FluchtPUNKT
Ort: Haus der Begegnung, Rennweg 12, 6020 Innsbruck

FR 29.05.2015// 17:00 - 19:00// FLÜCHTLINGE IN INNSBRUCK
Mit FLUCHTpunkt zu den Orten von Schubhaft und Asyl

Welche Orte sind in Innsbruck wichtig für Flüchtlinge? Wo treten sie in Kontakt mit österreichischen Behörden? Wo erhalten sie Unterstützung? Christian Kayed und FLUCHTpunkt machen im Rahmen einer Stadtführung solche Orte sichtbar und gehen gleichzeitig auf die Problematiken rund um den Alltag von Flüchtlingen ein. Themen sind Schubhaft, die Versorgung von Flüchtlingen durch das Land Tirol sowie Flucht und das Leben in der Illegalität.
Referenten: Christian KAYED, Stadtführer in Innsbruck und Mag. Herbert AUDERER, FLUCHTpunkt
Ort: Treffpunkt: vor der Jesuitenkirche, Universitätsstraße
Beitrag: EUR 10,-
Anmeldung: erforderlich bis Freitag, 22. Mai 2015
Diese Veranstaltung wird vom Haus der Begegnung, dem Diakonie Flüchtlingsdienst und der Plattform Rechtsberatung in Kooperation mit FLUCHTpunkt organisiert.

 

DO 5.02.2015// FLÜCHTLINGSABWEHR AN DEN AUSSENGRENZEN DER EUROPÄISCHEN UNION
Geschichtliche Entwicklung und aktuelle Ereignisse
Vortrag und Gespräch

Die Schengener Verträge von 1985 und 1990 haben die Binnengrenzen innerhalb der EU aufgehoben und gleichzeitig eine gemeinsame Europäische Außengrenze geschaffen. 1997 wurde zusätzlich ein gemeinsames europäisches Asylsystem errichtet. Dieses zeichnet sich vor allem durch die Dublin-Verordnung aus, die den für die Durchführung eines Asylverfahrens zuständigen Staat bestimmt. Die gemeinsame Außengrenze und das Dublin-System sind die zentralen Elemente
europäische Flüchtlings- und Migrationspolitik.
Die Auswirkungen dieser Abkommen kennen wir aus den Medien: Menschen versuchen über das Mittelmeer mit Booten nach Europa zu kommen, zu Fuß über den Landweg oder in die spanischen Enklaven in Marokko. Jene Staaten, in denen diese Menschen zur ersten Mal registriert sind, sind für ihre Asylanträge zuständig. Dadurch gibt es eine Ungleichverteilung von AsylwerberInnen in den europäischen Staaten und eine starke Rückschiebepraxis, die vor allem auf Kosten der Menschen geht.

Referent: Bernd KASPAREK (dipl. mat.), Kulturanthropologe, Gründungsmitglied des kritnet - Netzwerk für kritische Migrations-
und Grenzregimeforschung, im Vorstand der Forschungsassoziation bordermonitoring.eu sowie Mitglied der
Redaktion des Online-Journals “movements” und im Bereich der politischen Flüchtlingssolidarität aktiv.
Ort: Haus der Begegnung, Rennweg 12, 6020 Innsbruck

FR 6.02.2015// FLÜCHTLINGSABWEHR AN DEN AUSSENGRENZEN DER EUROPÄISCHEN UNION
Mit Fokus auf das Mittelmeer (Griechenland und Italien)
Seminar

Im Seminar werden einzelne Entwicklungen, die im Vortrag angeschnitten werden, vertieft. Anhand des Beispiels Griechenland werden die konkreten, inner-europäischen Auseinandersetzungen um Dublin nachgezeichnet, also einerseits die Durchsetzung des Dublin-Systems sowie die daraus entstandenen rechtlichen Konflikte um die Gültigkeit von internationalen Normen des Flüchtlingsschutzes. Das Beispiel Italien zeigt die Verquickung von Außengrenze und Flüchtlingsschutz: Italien hat in den letzten 15 Jahren mit verschiedenen Methoden der Migrationskontrolle experimentiert, die von vollständiger Abschottung hin zu humanitären Rettungseinsätzen reichen. Die Europäische Grenzschutzagentur Frontex bewegt sich im gleichen Spannungsfeld wie die italienische Migrationspolitik und ihre Entwicklung zeigt zentrale Momente europäische Grenz- und Migrationspolitik auf.

Referent: Bernd KASPAREK (dipl. mat.), Kulturanthropologe, Gründungsmitglied des kritnet - Netzwerk für kritische Migrations-
und Grenzregimeforschung, im Vorstand der Forschungsassoziation bordermonitoring.eu sowie Mitglied der
Redaktion des Online-Journals “movements” und im Bereich der politischen Flüchtlingssolidarität aktiv.

MI 18.03.2015// DIE BRENNERGRENZE ALS BRENNGLAS DER EUROPÄISCHEN FLÜCHTLINGSPOLITIK
Podiumsdiskussion zum World Social Work Day in Kooperation mit dem Studiengang
„Soziale Arbeit“ des Management Center Innsbruck

Jeden Tag werden von der österreichischen Exekutive an der Grenze am Brenner Menschen nach Italien „zurückgeschoben“. Sie sind innerhalb Europas auf der Flucht und suchen Schutz und Hilfe in einem mittel- oder nordeuropäischen Land - auch weil Italien kaum Unterstützung oder Obdach bietet. Am Brenner wird die zweifelhafte innereuropäische Politik sichtbar, Schutzsuchende in Länder mit vermeintlich funktionierendem Asylsystem zurückzubringen, weil sie dort zum ersten Mal Boden der Europäischen Union betreten haben. So sind Flüchtlinge auch innerhalb Europas weiterhin Schleppern ausgeliefert.

Am Podium: Dr.in Christine BAUR, Soziallandesrätin Tirol, Vertretung der Landespolizeidirektion Tirol, Mag. Walter Daser, Österreichisches Rotes Kreuz, Dr.in Monika WEISSENSTEINER, Alexander-Langer Stiftung Bozen, Border-Monitoring Brenner, Mag. Christoph RIEDL, Geschäftsführer Flüchtlingsdienst, Diakonie Flüchtlingsdienst, FH-Prof. Dr. habil. Belachew Gebrewold, Head of Department "Soziale Arbeit, Management Center Innsbruck
Moderation: Dr. Benedikt SAUER, Journalist und Buchautor, Innsbruck
Ort: Haus der Begegnung, Rennweg 12, 6020 Innsbruck
Diese Veranstaltung wird vom Haus der Begegnung, dem Diakonie Flüchtlingsdienst und der Plattform Rechtsberatung in
Kooperation mit dem Studiengang „Soziale Arbeit“ des Management Center Innsbruck organisiert.

Gefödert von: Österreichische Gesellschaft für politische Bildung

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